Arbeitsfelder der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung



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JÖRN WUNDERLICH >>
Wie werden Sie sich nach der Wahl für die Kulturelle Bildung einsetzen?
Jörn Wunderlich, © Jörn Wunderlich/Frank Ossenbrink

„Es ist beschämend für Deutschland, dass hierzulande der Bildungserfolg in starkem Maße von der sozialen Herkunft abhängt. Die Bundesregierung hat das Programm ‚Kul-tur macht stark. Bündnisse für Bildung‘ ins Leben gerufen, um eine Vernetzung zivilge-sellschaftlicher Akteure voranzutreiben, die ‚ergänzend zur Arbeit der Schulen Verant-wortung für die Bildung der jungen Generation übernehmen‘, heißt es in den Richtlinien zu diesem Programm. Wir schätzen den Beitrag zivilgesellschaftlicher Akteure in der Bildung hoch ein. Darum ist es erfreulich, dass Träger der kulturellen Kinder- und Jugendbildung erstmals so viel finanzielle Mittel erhalten. Aber es ist eben auch nur ein Teil ausgewählter Verbände und Vereinigungen. Was aber machen Träger vor Ort, die an keinen bundesdeutschen Verband angeschlossen sind? Und was ist mit kultureller Bildung an Orten, wo Kultureinrichtungen schließen mussten? Viele der kulturellen Bildungseinrichtungen und -initiativen vor Ort hatten zum Zeitpunkt der Vergabe der Mittel nichts von diesem Programm gehört. Wir zweifeln daran, dass dieses Programm wirklich die Probleme wie etwa die fehlende Infrastruktur, die klammen Kassen der Kommunen, den Haushaltsvorbehalt bei Kultur etc. lösen helfen kann.

Außerdem hatte bereits der Baustein für kulturelle Teilhabe aus dem Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung ein vergleichbares Ziel. Wie wir heute wissen, wur-den aber gerade diese Mittel nur von 19 Prozent der Antragsberechtigten in Anspruch genommen. Wir fürchten, dass auch bei dem Programm ‚Kultur macht stark‘ die Effekte unbefriedigend bleiben. Wie DIE LINKE bereits in ihrer Kleinen Anfrage (17/10689) anmerkte, gab es in der Ausschusssitzung selbst fraktionsübergreifend Bedenken an diesem Programm. Aus unserer Sicht ist es fraglich und auch nicht beabsichtigt, dass darüber eine nachhaltige kulturelle Bildungslandschaft geschaffen werden kann. Die aber wäre dringend erforderlich, sollen Kinder aus benachteiligten Familien gleiche Teilhabechancen haben. Wir sehen darum auch die Begrenzung auf ausschließlich bun-desweite Initiativen und Verbände kritisch.

Vielmehr wollen wir die Bundesregierung in die Pflicht nehmen, für eine auskömmliche Finanzierung der kulturellen Infrastruktur der Kommunen zu sorgen. Daneben benötigen wir selbstverständlich auch eine ausreichende Sicherung der Arbeit der bundesweit tätigen Verbände und Vereine. Die aber kann nicht an solche ‚Spezialprogramme‘ geknüpft werden.

Kulturelle Bildung muss Bestandteil der Bildungspläne elementar in den Ländern sein und auch umgesetzt werden. Aus den Befunden des Nationalen Bildungsberichts lassen sich auch für den schulischen Bereich zahlreiche Handlungsbedarfe ableiten. Dazu ge-hört aus unserer Sicht vor allem der Ausbau von Ganztagschulen mit ausreichender Ausstattung, die Stärkung des Stellenwerts musischer Fächer in der Schule. Kürzungen musischer Fächer in den Stundentafeln oder das Unterrichten durch fachfremdes Lehrpersonal müssen der Vergangenheit angehören. Neben der Sicherung von ausreichend und gut qualifizierten Kunsterzieher*innen und Musiklehrer*innen müssen wir die Musikschulen und Jugendkunstschulen stärken. Sie müssen so ausgestattet werden, dass sie die Kraft und das Personal haben, um mehr Musikschulunterricht vor Ort anzubieten und nicht nur in 10 Prozent aller Schulen.

DIE LINKE setzt sich für einen Ausbau der Förderung der kulturellen Kinder- und Ju-gendbildung durch alle relevanten Bereiche ein. So fordern wir ein Programm zur Stär-kung der Jugendarbeit und die Stärkung des Kinder- und Jugendplans. Wir unterstützen zudem auch die Handlungsempfehlung der Enquete-Kommission ‚Kultur in Deutschland‘, eine Bundeszentrale für kulturelle Bildung einzurichten.“

Jörn Wunderlich, MdB/DIE LINKE, ist Parlamentarischer Geschäftsführer und familienpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. Bei der Bundestagswahl 2013 tritt er im Wahlkreis Chemnitzer Umland – Erzgebirgskreis II an.

Website von Jörn Wunderlich


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